Gute Luft in Innenräumen in Gefahr

Umweltbundesamt veröffentlicht Jahresbericht Schwerpunkte 2017
Das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor möglichen Gesundheitsrisiken bei der Nutzung von Gebäuden durch nicht ausreichende europäische Standards. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), das es den Mitgliedstaaten künftig nicht mehr erlaubt, an Bauprodukte strengere nationale Anforderungen zum Schutz der Gesundheit zu stellen. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Ob Parkett im Wohnzimmer oder Teppich im Kindergarten: Die EU darf bei Bauprodukten keine Abstriche bei der Gesundheit und beim Umweltschutz machen. Es muss auch weiterhin erkennbar bleiben, ob Bauprodukte der Gesundheit schaden oder nicht.“ Die gesunde Luft in Häusern und Wohnungen ist eines der Themen im heute veröffentlichten Jahresbericht „Schwerpunkte 2017“ des UBA.
Bericht herunterladen (Seite 20-33)

Dioxine und dioxinähnliche PCB in Umwelt und Nahrungsketten

Dioxine und dioxinähnliche polychlorierte Biphenyle (dl-PCB) gehören zu den gefährlichsten Umweltgiften. Obwohl die Dioxin-Emissionen seit 1990 in Deutschland und Europa deutlich verringert und der Einsatz von PCB 1989 verboten wurde, kommen Dioxine und PCB aufgrund ihrer Langlebigkeit noch immer in der Luft, im Boden oder in Gewässersedimenten vor und gelangen so in die Nahrungskette von Tier und Mensch. Um das zu vermeiden, ist es notwendig, alle Quellen aufzuspüren und die Belastungen der Umwelt weiter zu minimieren.
Publikation des Umwelrbundesamtes

Luftqualität 2016 in Deutschland

UMID Umwelt und Mensch – Informationsdienst – Umweltbundsamt
Die neue Ausgabe 01/2017 der Zeitschrift UMID: Umwelt und Mensch – Informationsdienst ist erschienen. TITELTHEMA: Luftqualität 2016 in Deutschland

Außerdem in diesem Heft:

  • Die Bedeutung der Luftqualität für Menschen mit COPD
  • Gesundheitliche Bewertung der Innenraumluftqualität in Deutschland – Aktuelle Regelungen und Fragestellungen
  • Wildpilze – der lange Schatten von Tschernobyl
  • Kopflausmittel mit Tilgungswirkung für den Infektionsschutz
  • Informationsplattform IPCheM: Zentraler Zugang zu Daten des Chemischen Monitorings in Europa
  • UV-bedingte Erkrankungen vermeiden – Verhältnisprävention stärken
  • »Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland« – 2016 erstmals erschienen

Unser wichtigstes Lebensmittel – die Atemluft

Die Menge der durch Essen und Trinken zugeführten Nahrung entspricht ca. 4kg pro Tag. Nicht berücksichtigt hierbei ist die Stoffmenge, die wir täglich über die Atemluft zu uns nehmen. Wir atmen ca. 15 mal pro Minute ein und aus. Dabei füllt sich unsere Lunge pro Atemzug mit ca. 0,5l Luft (bei starker Betätigung ca. 4l pro Atemzug). Das bedeutet, dass wir pro Minute ca 8,5l Luft „verstoffwechseln“. Nun kann man eine einfache aber höchst interessante Berechnung erstellen.
8,5l pro Minute x 60 Minuten= 510 l pro Stunde
510l pro Stunde x 24 Stunden =12240l / Tag
Das heißt, dass wir täglich ca 12000 Liter (12m³) Luft zu uns nehmen. Bei einer Dichte der Luft von ca. 1,2041 kg/m³ atmen wir ca. 15 kg Luft täglich ein.
( 12240l x 1,2041 kg/m³ / 1000 = 15kg)

Das Ergebnis dieser einfachen Betrachtung macht augenscheinlich, welchen Stellenwert unsere Atemluft als Lebensmittel für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat. Deshalb kann man die Atemluft als „unser wichtigstes Lebensmittel“ bezeichnen. Als Konsequenz daraus sollten wir der Qualität der Atemluft einen hohen Anteil an Beachtung schenken wenn wir uns Gedanken über eine gesunde Lebensweise bzw. Ernährung machen.

Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie DGUHT – Robert Simon
http://www.dguht.de/die-atemluft-unser-wichtigstes-lebensmittel/

Feinstaub beeinflusst die Gesundheit

Während in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts in den Smogperioden die Luftschadstoffe SO2, NOx und O3 im Vordergrund der Untersuchungen über Air Pollution standen, kommt heute der Feinstaubbelastung eine besondere Bedeutung zu. In der EU ist die Zahl der Todesopfer aufgrund der schlechten Luftqualität höher als die Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr.

Lesen Sie den detaillierten Bericht der DGUHT e.V. hier:
http://www.dguht.de/einfluss-von-feinstaub-auf-die-gesundheit/

Feinstaub – ein Risikofaktor für Alzheimer?

Ultrafeine Staubpartikel in den Gehirnen Verstorbener mit neuro-degenerativen Erkrankungen lassen die Frage aufkommen: Ist Feinstaub ein Risikofaktor für Alzheimer?
Meldung der Ärztezeitung online vom 6.9.2016
NEU-ISENBURG.
Feinstaub verursacht eine Reihe von Erkrankungen: Lungenkrebs, asthmatische Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden. Die WHO geht davon aus, dass die weltweite Luftverschmutzung zu 6,7 Prozent aller Todesfälle beiträgt.
Nun mehren sich die Hinweise, dass eine weitere Krankheit zu dieser Liste hinzukommen könnte: Alzheimer. Denn in den Gehirnen Verstorbener mit neuro-degenerativen Erkrankungen haben Wissenschaftler Eisenoxid-Nanopartikel gefunden, einem Bestandteil des vom Menschen verursachten Feinstaubs.
Damit liefert die Studie von Barbara Maher von der Universität Lancaster und ihren Kollegen einen weiteren Hinweis darauf, dass das vermehrte Einatmen von Feinstäuben mit dem Auftreten von Alzheimer zusammenhängt.