Krebsgefahr durch Radon – Streit um Grenzwerte

ZDF: Frontal 21 30.05.2017

„Jedes Jahr sterben nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz etwa 1.900 Menschen durch Radonbelastung in Gebäuden. Für die Europäische Union liegt die Zahl bei circa 20.000 Todesfällen.“

„Radon ist ein natürliches Edelgas, das in ganz Deutschland vorkommt. Es ist radioaktiv, geruchs- und geschmacklos und dringt aus dem Erdreich in Gebäude ein. Schon in niedrigen Dosen ist Radon vor allem in der Raumluft gesundheitsschädlich. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs ein. Zwar wurde jetzt erstmals im neuen Strahlenschutzgesetz ein Referenzwert für Radon festgelegt. Doch aus Sicht der Fachbehörde des Bundesumweltministeriums müsste der Wert deutlich strenger sein, um mehr Menschen vor dem Tod durch Lungenkrebs zu bewahren.“

Bildzeitung: Radioaktives Radon bedroht Hausbewohner

Bildzeitung 31.08.2017

„Die Bundesregierung warnt im neuen Bericht über „Umweltradioaktivität“: Radon sei für Nichtraucher „die häufigste Ursache“ für Lungenkrebs! In Deutschland würden pro Jahr etwa 1900 Menschen „an den Folgen erhöhter Radonkonzentrationen in Wohnungen sterben“. Es sollen deshalb „Anreize für die Bevölkerung geschaffen werden“, die Radon-Belastung zu messen. Verseuchte Gebäude sollten saniert werden.

Bildzeitung: Radon das Krebsgas aus der Erde

Bildzeitung 01.09.2017
„Radon ist die häufigste Ursache für Lungenkrebs von Nichtrauchern, warnt aktuell die Bundesregierung in ihrem Bericht über „Umweltradioaktivität“.  Radon wird über den Boden in die Luft freigesetzt. Durch Fugen, feine Risse oder Rohrdurchführungen gelangt das Gas in Wohnräume.“

Ein reißerischer Aufmacher aber inhaltlich richtig und brisant!

Radon erhöht auch das Risiko, an bösartigem Hautkrebs zu erkranken.

Es ist offensichtlich nicht nur Lungenkrebs, für das das radioaktive Gas Radon verantwortlich ist, sondern das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (SWiss TPH) hat in einer neuen Studie zur häuslichen Radonbelastung festgestellt, dass das radioaktive Radongas auch das Risiko erhöht, an bösartigem Hautkrebs zu erkranken.

Brisant ist, dass vor allem jüngere Menschen stärker betroffen sind: „Bei den 30-jährigen erhöht sich das relative Hautkrebsrisiko um rund 50% pro 100 Bq/m³ Zunahme der Radonbelastung, bei den 60-jährigen sind es 16%. Je jünger die Person, desto grösser ist der Einfluss von Radon auf das Erkrankungsrisiko.“ erklärt Röösli (Umweltepidemiologe am Swiss TPH und Koautor der Studie).

Das spezielle an der Swiss TPH-Studie ist, dass eine Längsschnittuntersuchung in der gesamten Bevölkerung der Schweiz vorgenommen und die Auswirkung des Radons für jeden einzelnen Haushalt modelliert wurde.

Studie vom 17.Juni 2017:
Effects of Radon and UV Exposure on Skin Cancer Mortality in Switzerland

 

Neue europäische Vorgaben sollen umfassenden (Radon-) Strahlenschutz gewährleisten

Eine neue europäische Richtlinie soll den Strahlenschutz am Arbeitsplatz und für die Bevölkerung sowie den medizinischen Strahlenschutz weiter verbessern. Die Richtlinie basiert auf dem neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand und hat das Ziel, einen umfassenden Schutz vor ionisierender, also energiereicher, Strahlung zu gewährleisten.

Im Februar 2018 sollen die aus dem Jahr 2014 stammenden EU-Vorgaben in nationales Recht umgesetzt sein. Das neue Gesetz sieht einen Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter (Bq/m²) im Jahresmittel vor. Diese Empfehlung gilt sowohl für Privathaushalte als auch für Arbeitsplätze. Es sollen Radon-Risikogebiete Ausgewiesen werden.

Richtlinie Euratom (73 Seiten)
Entwurf Strahlenschutzgesetz (560 Seiten)
Kritik am Gesetzentwurf durch MdB Hubertus Zdebel (Fraktion Die Linke)

Referentenentwurf eines Gesetztes zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung – Aktenzeichen RS II 1 – 11402/01

Im o.g. Entwurf ist nun ein gesetzlich verankerter „Referenzwert“ von tatsächlich 300 Bq/m³ für Aufenthaltsräume und für Arbeitsplätze geplant. Dieser Wert erscheint aus toxikologischer Sicht zu hoch und auch „inkonsequent“.
100 Bq/m³ ist derzeit der Richtwert der WHO, die Empfehlung des Bundesamtes für Strahlenschutz, der Leitwert des Umweltbundesamtes (AIR) und in England (UK) der Zielwert (target level). In Deutschland liegen nur 5-10 % der Radonkonzentration in Bestandsgebäuden über 100 Bq/m³. Dieser Wert gilt aus statischer Betrachtung (90. – 95. Perzentil) als Auffälligkeitswert mit einem bereits signifikanten Risiko an Lungenkrebs zu sterben (Lebenszeit-Risiko 6 x 10-4 für Nichtraucher, Quelle: WHO).
Der BEB hat eine offizielle Anfrage zur Stellungnahme gestellt.
Der Referentenentwurf ist aber als pdf schon beim Strahlentelex hinterlegt:
www.strahlentelex.de/Strahlenschutzgesetz_Referentenentwurf_2016_09_14.pdf

Vielen Dank an Dr. Thomas Haumann für diese Information
Tel: +49 (0)201 615 9862, Fax: +49 (0)201 615 9863
E-mail: thomas.haumann@gmx.net, Web: www.drhaumann.de

 

Radioaktivitätsgrenzwerte in USA drastisch angehoben

Die amerikanische Umweltschutzbehörde hebt die Grenze der zugelassenen radioaktiven Bestandteile im Trinkwasser auf mehr als das 3000-fache an.
Die US-amerikanischen Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency, EPA), ist dabei, die zugelassene Radioaktivität in Trinkwasser drastisch zu erhöhen: Der Gehalt an Jod 131 soll um mehr als das 3000-fache angehoben werden! Das Wasser soll dann noch als »sicher trinkbar« gelten, obwohl es fast sicher zu Krebs führen wird.
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